Bericht der Fürstenfeldbrucker SZ vom 10. Oktober 2007 zum mit romantischen Werken in der Klosterkirche

Kräftiger Jubel über die Gottesmutter

Kirchenkonzert des Ökumenischen Motettenchors mit romantischen Werken in der Klosterkirche

Fürstenfeldbruck ·Die Klärung schwergewichtiger theologischer Fragen ist hier nicht notwendig: Eine Begegnung zweier Kirchenchöre auf ökumenischer Basis ermöglicht problemlos ein und mehrstimmige Harmonie, wie sie in Glaubensfragen derzeit zwischen den beiden großen christlichen Kirchen nicht herstellbar ist.

Am Erntedanksonntag trat der Ökumenische Motettenchor Fürstenfeldbruck, bestehend aus über sechzig Sängerinnen und Sängern der Chöre der Pfarrei St. Magdalena und der Erlöserkirche in der gut besuchten Klosterkirche Fürstenfeld auf. Das Konzert zum Thema "Romantische Kirchenmusik" wurde im ersten Teil bei Werken von Mendelssohn und Brahms von Roland Muhr geleitet, im zweiten Teil mit Kompositionen von Stanford und Rheinberger von Tobias Frank. An der Orgel war die Koreanerin Jeni Yun zu hören.

Mendelssohn Bartholdys A-cappella-Chorsatz "Jauchzet dem Herrn, alle Welt" stand am Beginn. Der volle Klang

mit seiner bisweilen flächigen Klanglichkeit erfüllte sehr schön den Kirchenraum, wobei die sich aus den Textabschnitten ergebenden Phrasen in unterschiedlicher Weise auf die einzelnen Stimmen und deren Kombinationen verteilt waren.

Vielgestaltige Variationen

Ganz anders waren zwei strophisch angelegte Marienlieder von Brahms zu vernehmen. "Der englische Gruß" verknüpfte musikalisch eindringlich den zarten Anruf Mariens mit dem kräftigen Jubel über die Gottesmutter. "Ma rias Lob" basierte auf einer wunderbar kantablen Melodie. An der Fux-Orgel interpretierte die Organistin Mendelssohns Ostinato in c-moll für Orgel. Über einem stetig im Bass wiederholten Thema entfalteten sich vielgestaltige Variationen in den bewegten Oberstimmen, die an Dynamik gegen Ende zunahmen.

Mendelssohns auf der Chor-Orgel vorgetragene Sonate in B-Dur op. 65 Nr. 4

bildete den Schwerpunkt der Konzertbeiträge Jeni Yuns. Die klare formale Gliederung des Allegros wurde auch durch die Registrierung unterstrichen, der festliche Grundcharakter sicher getroffen. Wie ein musikalisches Gebet mutete das intime Andante religioso mit der zarten Oberstimmenmelodie an, ruhig fließend rankten sich die Stimmen um den herausgehobenen Cantus firmus im Allegretto. Ein lebhaft und virtuos in voller Registrierung genommenes Allegro bildete den Abschluss.

Charles Stanfords Magnificat führte Chor und Orgel zusammen: In deutlicher Deklamation waren die Worte des deutschen Textes hervorragend zu verstehen. Die Klangsprache des englischen Komponisten schmeichelte den Ohren, hatte aber doch genügend musikalische Substanz. Die kleinen Abstimmungsprobleme zwischen Chor und Orgel fing der Dirigent durch exakte Zeichengebung geschickt auf. Überzeugend gelang der letzte Chorsatz, Rheinbergers mit schönen Spannungsbögen gestaltetes "Abendlied". Sehr freundlicher Beifall am Ende.

KLAUS MOHR