Bericht der Fürstenfeldbrucker SZ vom 16. Juni 2005 zum festlichen Barockkonzert in der Klosterkirche Fürstenfeld, mit dem Trompetenensemble des Münchner Rundfunkorchesters, dem Ökumenischen Motettenchor, Kirsten Ruhwandl und Roland Muhr:
Fürstenfeldbruck · Wie eine nahtlose Fortsetzung der Olchinger Barocknacht an anderer Stelle mutete das "Festliche Barockkonzert" in der voll besetzten Klosterkirche Fürstenfeld an. "Mit Pauken und Trompeten" - so das Motto des Konzerts - wurde hier der Fokus auf das Lob Gottes in der geistlichen Musik gerichtet.
In schöner, inzwischen fast schon zur Tradition gewordener Verbundenheit bildeten die Kirchenchöre der Stadtpfarrei St. Magdalena und der Erlöserkirche unter der Leitung von Roland Muhr den "Ökumenischen Motettenchor", Bezirkskantorin Kirsten Ruhwandl musizierte an der Fux-Orgel.
Um dem Untertitel des Konzerts gerecht zu werden, wirkten das "MünchnerTrompetenensemble" mit Josef Bierlmeier, Bernhard Peschl und Heike Gerber sowie Alexander Steeber an den Pauken mit. Brachte dieser Chor zu Pfingsten eine Messe des Katholiken Mozart zur Aufführung, so dominierten diesmal protestantische Komponisten, allen voran Johann Sebastian Bach.

Im Zentrum standen vom Chor gesungene Choräle (zum Beispiel "Herr Jesu Christ" oder "Allein Gott in der Höh"), die oft von der Orgel in der Art eines kunstvollen Choralvorspiels eingeleitet und von den Bläsern figurativ überhöht wurden. Die Chorpassagen gelangen den über fünfzig Sängerinnen und Sängern mit klarer Diktion und homogenem Gesamtklang. Die einzelnen Strophen unterschieden sich nicht nur im Text, sondern auch in der instrumentalen Unterstützung und boten damit viel Abwechslung. Das erste Stück" Gott in der Höhe" in einem Satz von Dietrich Buxtehude hatte eine strahlende Einleitung, in der die drei Trompeten, die Pauken und Roland Muhr am Orgelpositiv thematisch zum Chorsatz hinführten.
Spielerisch und italienisch
Virtuos in der Ausführung waren drei Weyarner Aufzüge für Trompeten und Pauken, eindrucksvoll und virtuos zwei Sonatinen in C von Johann Christoph Pezel für zwei Trompeten und Orgelpositiv.
Wie sein Freund Bach bearbeitete auch Johann Gottfried Walther Concerti italienischer Komponisten für die Orgel. Ein Concerto B-Dur" del Sign. Taglietti" interpretierte Kirsten Ruhwandl als Solo-Beitrag an der Fux-Orgel. Weich registriert, mit singender Oberstimme und reicher Figuration ließ sich das Grave in gemessenem Tempo vernehmen. Im folgenden Allegro mischte sich das spielerisch-konzertierende Element, das seine italienische Herkunft nicht verbergen konnte, zwischen die monumentalen Akkorde. Mehrere Linien, die schön ineinander verwoben waren, prägten das Adagio, bevor ein festlich gehaltenes Allegro das Werk abschloss. In Präludium und Fuge in g-moll von Buxtehude imponierten besonders das machtvolle Fugenthema und eine Passage in der Art einer Toccata.
Großer Beifall zum Schluss, dem noch eine Zugabe folgte.
Foto: Scheider