Bericht des Fürstenfeldbrucker Tagblatts vom 14. Juni 2005 zum festlichen Barockkonzert in der Klosterkirche Fürstenfeld, mit dem Trompetenensemble des Münchner Rundfunkorchesters, dem Ökumenischen Motettenchor, Kirsten Ruhwandl und Roland Muhr:

Dank für ökumenisches Zusammenspiel

Enormer Andrang in Kirche

VON ARNO PREISER

Fürstenfeldbruck - Mit enormem Andrang zum Konzert im Rahmen des "Festlichen Barock" belohnte das Publikum die Chöre von Stadtpfarrei St. Magdalena und Erlöserkirche, die als ökumenischer Motettenchor schon debütierten, in der Klosterkirche Fürstenfeld aber erstmals sangen. Das hervorragende "Münchner Trompetenensemble" und Kantorin Kirsten Ruhwandl an der Fux-Orgel wirkten als zusätzlicher Magnet.

Der Gemeinschaftschor sowie Josef Bierlmeier, Bernhard Peschl und Heike Gerber (Trompete) samt Alexander Steeber (Pauken) ließen sich schon bei Dietrich Buxtehudes eröffnendem Choral "Gott in der Höhe" von Dirigent Roland Muhr zu machtvoller Geschlossenheit und strahlender Wirkung motivieren. So erklangen die erste und letzte Strophe begleitet, die übrigen a cappella.

Dann zeigte die Organistin, zu welch kunstvollen Formen Buxtehude sein "Te Deum" ausbildet. Der Chor sang das "Freu dich sehr" Johann Sebastian Bachs. Von dessen Choralvorspiel "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" spielte die Organistin beide Fassungen, zunächst mit durchdringender, flötenähnlicher Oberstimme und verhaltenen Unterstimmen. Die Bläser setzten festliche Akzente mit Aufzügen eines unbekannten Meisters aus dem Augustinerchorherrenstift Weyarn, mal triumphierend, mal flott, dann wieder mit Fanfaren durchsetzt.

Die Organistin wechselte bei Johann Gottfried Walthers Concerto B-Dur vom Grave mit flötenden und "fagottierenden" Tönen zu einem freudigen Allegro.

Eingängige und kühne Harmonik

Später setzte sie mit verhaltenem Adagio und ermunterndem Schluss-Allegro fort. Für Abwechslung war gesorgt, streuten doch auch Organistin und Bläser Sonatinen C-Dur des Ratsmusiker Johann Christoph Pezel (um 1670-1680) ein. Der Chor intonierte Bachs "Allein Gott in der Höh' sei Ehr`" wie ein leuchtendes "Gloria in excelsis Deo", die Organistin stellte dessen Bearbeitungen des Chorals vor, zunächst die eingängigere, dann die in kühnerer Harmonik.

Als Abrundung der Bach-Auslese stemmten Chor und Bläser das "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" in den weiten Raum. Nach der gemeinsamen Anstrengung endeten sie mit dem Choral "Nun danket alle Gott", was auch als Dank für das gelungene ökumenische Zusammenwirken zu verstehen war.